Pokémon Karten Fälschungen erkennen: So prüfst du Karten, Slabs und Sealed
Echt oder fake? Diese Frage stellen sich immer mehr Sammler, denn Fälschungen sind längst nicht mehr nur schlechte Kopien vom Flohmarkt. Auch der Grading-Anbieter PSA berichtet, dass Fälschungen häufiger werden und schwerer zu erkennen sind. Die gute Nachricht: Mit ein paar Prüfpunkten und einer echten Vergleichskarte fallen die meisten Fälschungen auf, bevor du bezahlst. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, worauf du bei einzelnen Karten, bei goldenen Karten, bei Slabs und bei Sealed-Ware achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gesamtbild zählt. Kein einzelner Test beweist die Echtheit. Erst mehrere Auffälligkeiten zusammen sind ein klares Zeichen.
- Die Rückseite zuerst. Sie ist bei allen westlichen Karten seit 1999 praktisch gleich und bei Fälschungen oft verwaschen.
- Immer mit einer echten Karte vergleichen. Holo-Muster, Glanz und Kartenstärke sagen nur im direkten Vergleich etwas aus.
- Bei Slabs die Nummer prüfen und abgleichen. Eine gültige Zertifikatsnummer allein reicht nicht, Karte, Note und Foto müssen passen.
- Zu billig ist verdächtig. Ein Preis weit unter dem Marktwert ist eines der deutlichsten Warnsignale.
Die Prüfpunkte für einzelne Karten
Leg die fragliche Karte am besten neben eine echte Karte aus derselben Serie und Sprache. Dann gehst du diese Punkte der Reihe nach durch. Wichtig: Manche Fälschungen bestehen einzelne Tests, und manche echten Karten wirken auffällig, etwa echte Fehldrucke. Verlass dich deshalb nie auf einen einzigen Punkt.
1. Die Rückseite
Bei englischen, deutschen und allen anderen westlichen Karten ist die Rückseite seit 1999 praktisch gleich geblieben. Genau das macht sie zum besten Vergleich: Bei echten Karten sind der blaue Rand und das Motiv sauber voneinander getrennt, und der Bogen um den Poké Ball zeigt feine dunkle Sprenkel. Bei Fälschungen läuft das Blau oft ineinander, und die Farben wirken verwaschen.
2. Schrift und Rechtschreibung
Achte auf den Akzent im Wort Pokémon: Fehlt er, ist das ein sehr deutliches Zeichen für eine Fälschung. Auffällig sind auch Tippfehler, eine ungewohnte Schriftart und unrealistische Werte, etwa 1000 KP oder mehr. Bei Vintage-Karten gilt: Eine „2nd Edition“ hat es nie gegeben. Aber Vorsicht, es gibt auch echte Fehldrucke mit Tippfehlern. Ein Schreibfehler allein ist deshalb noch kein Beweis.
3. Symbole und Kartennummer
Vergleiche Energiesymbole, Setsymbol, Seltenheitssymbol und Kartennummer mit der offiziellen Kartendatenbank auf pokemon.com. Eine Nummer über der Gesamtzahl des Sets ist übrigens kein Fehler: So sind Secret Rares nummeriert, etwa 234/091. Verdächtig wird es, wenn Symbole fehlen, verschwommen sind oder nicht zur Karte passen.
4. Holo-Muster und fühlbare Struktur
Das Holo-Muster unterscheidet sich je nach Serie, Seltenheit und Folienart. Vergleiche es deshalb nur mit einer echten Karte derselben Serie und Seltenheit. Moderne Full-Art-Karten wie Special Illustration Rares haben eine fühlbare Struktur aus feinen Rillen und Linien, die du mit dem Finger oder im Schräglicht erkennst. Eine komplett glatte Karte ist verdächtig, aber noch kein Beweis: Es gibt echte Fehldrucke, bei denen die Struktur fehlt.
5. Oberfläche, Kartenstärke und Kanten
Starker Hochglanz und Blendung sind verdächtig, ebenso auffällig dicke Ränder. Echte Karten haben gerade, saubere Schnittkanten ohne Faserreste. Ob eine Karte zu dünn oder zu weich ist, merkst du nur im Vergleich mit einer echten Karte. Einen Biegetest solltest du dir sparen, er beschädigt die Karte. Auch Wiegen hilft kaum: Für einzelne Karten gibt es keine verlässlichen Vergleichswerte.
6. Der Licht-Test
Halte die Karte vor eine Taschenlampe oder die Lampe deines Handys. Echte Karten haben in der Mitte eine dunkle Zwischenschicht und lassen nur wenig Licht durch, viele Fälschungen scheinen deutlich durch. Auch Pokémon selbst nennt diesen Test. Er ist aber nur eine Vorprüfung: Gute moderne Fälschungen bestehen ihn, und Folienkarten verhalten sich anders als normale Karten.

Die dunkle Zwischenschicht sieht man auch, wenn man eine Karte zerreißt. Dieser Riss-Test beweist zwar viel, zerstört aber die Karte. Für Karten, die du behalten oder verkaufen willst, kommt er nicht in Frage.
Goldene Karten: echt oder Replika?
Goldene Karten gehören zu den Karten, bei denen am häufigsten nach Fälschungen gefragt wird. Echte goldene Karten der Serie Karmesin & Purpur sind Hyper Rares: Full-Art-Karten mit goldener Folie und goldenen Rändern, erkennbar an drei goldenen Sternen als Seltenheitssymbol und einer Nummer über der Gesamtzahl des Sets. Goldene Metallkarten oder Karten, die als „Replica“ angeboten werden, sind laut The Pokémon Company nicht lizenziert. Die bekannte Ausnahme sind die vergoldeten Karten aus einer Burger-King-Aktion von 1999.
Gefälschte Slabs erkennen
Ein Slab ist kein Echtheitsbeweis. Gerade teure Karten werden auch mit gefälschten Hüllen und nachgemachten Etiketten angeboten. Prüf deshalb immer zuerst die Zertifikatsnummer beim Grading-Anbieter:
- PSA: Nummer auf psacard.com/cert eingeben. Bei neueren Etiketten geht es auch über den QR-Code auf der Rückseite.
- CGC: Nummer in der Zertifikatssuche von CGC eingeben oder den QR-Code scannen.
- Beckett (BGS): Auch Beckett bietet auf der eigenen Website eine Suche nach der Seriennummer.

Ein Treffer in der Datenbank reicht allein nicht. Betrüger verwenden echte Zertifikatsnummern und drucken Etiketten neu. In einem Betrugsfall in den USA wurden echte Etiketten gereinigt und mit höheren Noten und neuen Nummern bedruckt. Gleich deshalb genau ab: Passen Karte, Set, Kartennummer, Note und, falls vorhanden, das Foto in der Datenbank zu dem Slab vor dir?
Dazu kommt die Hülle selbst. PSA-Etiketten haben unter anderem ein Leuchtturm-Logo mit Wechseleffekt, Muster, die nur unter UV-Licht sichtbar sind, und bei neueren Etiketten einen QR-Code auf der Rückseite. CGC setzt unter anderem auf Mikrodruck, UV-Tinte und Hologrammfolie. Schau dir außerdem die verschweißte Kante der Hülle an: Trübungen, Risse oder eine Hülle, die sich biegen lässt, sind Warnzeichen.
Sealed-Ware: original oder neu verschweißt?
Gefälschte Booster sind laut Pokémon oft kaum vom Original zu unterscheiden. Das deutlichste Warnsignal ist deshalb der Preis: Liegt er weit unter dem üblichen Verkaufspreis, solltest du vorsichtig sein. Worauf du außerdem achten kannst:
- Die Folie: Displays und Boxen sind in eine weiche Folie mit Poké-Ball-Logo eingeschweißt. Harte, knisternde Folie oder ein fehlendes Logo können auf eine neue Verschweißung hindeuten.
- Die Naht: Originale haben nur eine Siegelnaht. Dehnungs- oder Brandspuren und Blasen an der Naht sind verdächtig.
- Die Booster: Echte Packs haben gerade, flache Nähte und kaum Luft im Inneren. Wellige Nähte sind ein Warnzeichen.
- Aufkleber und Hüllen: Ein Aufkleber, eine Acrylbox oder ein Siegel von Dritten sagt nichts darüber aus, ob der Inhalt echt ist.
Das Wiegen von Boostern bringt keine Sicherheit: Es gibt keine offiziellen Gewichte, und das Gewicht hängt vom Inhalt ab.
Japanische, koreanische und chinesische Karten
Karten aus Japan, Korea und China unterscheiden sich von westlichen Karten, japanische Karten haben zum Beispiel eine eigene Rückseite. Vergleiche sie deshalb nur mit echten Karten derselben Sprache und Serie. Bei dokumentierten Fälschungen japanischer Karten fielen unscharfes Artwork und unscharfe Schrift auf, ein abweichendes Holo-Muster, ein verschwommener Druck auf der Rückseite und die fehlende dunkle Zwischenschicht. Karten in vereinfachtem Chinesisch tragen laut CGC unten links einen kleinen Sicherheitsstempel, der bei Fälschungen fehlt. Für koreanische Karten gibt es bisher kaum verlässliche Vergleichshilfen. Hier hilft nur der direkte Vergleich mit einer sicher echten Karte oder die Prüfung durch einen Profi.
So prüfen wir bei KaraCardz
Jeder Slab in unserem Shop ist vor dem Verkauf geprüft, der Slab selbst und die Echtheit. Beim Pre-Grading prüfen wir jede Karte auch auf Echtheit: Ist eine Karte nicht echt, bekommt sie statt einer Note den Vermerk NA, nicht authentisch. Und beim Ankauf prüfen wir jede Karte nach dem Eingang, Fälschungen kaufen wir nicht an.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich eine gefälschte Pokémon Karte?
Am sichersten am Gesamtbild: Rückseite, Schrift, Symbole, Holo-Muster und Oberfläche im Vergleich mit einer echten Karte derselben Serie und Sprache. Ein einzelnes Merkmal beweist selten etwas, mehrere Auffälligkeiten zusammen schon.
Gibt es eine App, die prüft, ob eine Karte echt ist?
Eine offizielle App von The Pokémon Company oder den großen Grading-Anbietern, die raw Karten auf Echtheit prüft, gibt es nicht. Scanner-Apps erkennen die Karte und zeigen Preise, aber nicht, ob sie echt ist. Für Slabs gibt es die Zertifikatssuche der Grading-Anbieter.
Wie prüfe ich die Nummer auf meinem PSA-Slab?
Gib die Zertifikatsnummer auf psacard.com/cert ein oder scanne bei neueren Etiketten den QR-Code auf der Rückseite. Vergleiche danach Karte, Set, Note und, falls vorhanden, das Foto mit deinem Slab.
Sind gefälschte Pokémon Karten etwas wert?
Als Sammlerstück nicht. Fälschungen haben keinen Sammlerwert, und die Grading-Anbieter vergeben ihnen keine Note.
Ist es strafbar, gefälschte Karten zu verkaufen?
Wer Fälschungen im geschäftlichen Verkehr anbietet, kann sich nach dem Markengesetz strafbar machen. Wer eine Fälschung wissentlich als echt verkauft, kann sich außerdem wegen Betrugs strafbar machen. Fälschungen gehören deshalb nicht in den Verkauf.
Wie erkenne ich neu verschweißte Booster oder Displays?
An der Folie: Originale sind in weiche Folie mit Poké-Ball-Logo eingeschweißt und haben nur eine Naht. Harte, knisternde Folie, Blasen oder Brandspuren an der Naht und wellige Booster-Nähte sind Warnzeichen.
- Zustand deiner Karten bestimmen: von Mint bis Poor, mit Schräglicht-Probe und den vier Prüfstellen.
- Kartenwert selbst ermitteln: in vier Schritten von der Kartennummer zum realistischen Preis.
- Pre-Grading: Vor dem Einsenden prüfen lassen, welche Note realistisch ist, inklusive Echtheit.
- Gegradete Karten im Shop: PSA, BGS und CGC, Slab und Echtheit geprüft.
- Base Set Holos: Alle 16 Holo-Karten und ihre Ausgaben im Überblick.